Ein absolut nicht langweiliger Elternabend

Kurz vor Ende des vergangenen Schuljahrs lud der Elternbeirat die Klassenelternsprecher zu einem besonderen Diskussionsabend ein. Mit dabei der Schulleiter Dr. Herberholz, der pädagogische Leiter Hr. Selg und der Geschäftsführer Hr. Derksen. Anlass war ein zu der Zeit bereits abgeschlossener Versuch einer siebten Klasse, das allgemeine Lernklima während des Unterrichts zu verbessern. Die Schülerinnen und Schüler (!) hatten sich während des vergangenen Schuljahres ein Stufenmodell erdacht, das festlegte, wie mit Stören verfahren werden sollte. Der Versuch lief anschließend einige Monate, frustrierte Kinder, verunsicherte und verärgerte Eltern und ließ den allgemeinen Blutdruck steigen. Letztendlich wurde er von den Schülern wieder beendet. Zurück blieb Diskussionsbedarf – nicht um zu klären, wer was wann falsch gemacht haben könnte – sondern um neue Impulse für die Zukunft zu gewinnen. Im Folgenden einige Kerngedanken des Abends.

Mehr Verantwortung für Kinder

„Ich fand – und finde – den Ansatz hervorragend, dass sich eine Klasse selbstständig Regeln gibt“, betont Dr. Herberholz. „Das ist gelebte Demokratie“. Freilich, Demokraten werden nicht geboren, sondern müssen sich erst entwickeln. Sollten in Zukunft ähnliche Modelle wie in der siebten Klasse – im wahrsten Sinne – Schule machen, werden die Pädagogen gefordert sein, darauf hinzuwirken, dass sich eine demokratische Lösung und nicht das vermeintliche Recht des Stärkeren durchsetzt.

Rolle der Eltern

Doch wie entwickelt sich die Rolle der Eltern, wenn die Kinder mehr selbst entscheiden? „Wir brauchen die Eltern“, betont Herr Selg, „spätestens dann, wenn pädagogische Maßnahmen, die auch unbequem sein können, erfolgen. Ohne die Rückendeckung der Eltern bleibt jegliche konsequente Aktion der Schule wirkungslos.“

Mehr Information

Mit Rückendeckung unterstützen fällt viel leichter, wenn zuvor genug informiert wurde. Mangelt es an wahren Fakten, dann schließen Flurfunk und Gerüchteküche die Informationslücke. Wie viel Information genug ist, differiert im Einzelfall natürlich stark. Generell scheinen sich die Eltern, insbesondere von Unterstuflern, oftmals mehr Information zu wünschen.

Zwischen 10 und 20

„Die einzelnen Schülerinnen und Schüler – von der fünften Klasse bis zum Abitur – haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse, wie viel Unterstützung sie von zu Hause brauchen“, sagt Hr. Derksen. „Wir wollen sie jedoch zu Selbstständigkeit ermutigen und gerade dazu, sich im Konfliktfall – meist mit einem Lehrer – selbst dem Problem zu stellen und nach Lösungen zu suchen.“ Dr.Herberholz ergänzt Erfahrungen aus dem Schulleiteralltag: „Oft genug diskutiere ich mit Eltern ein Problem, das der betroffene Schüler viel besser selbst mit seinem Lehrer klären könnte, als wir, die direkt gar nicht direkt betroffen sind.“

Und jetzt?

Eine einfache Lösung, die alle Probleme löst, gibt es auch nach dem Diskussionsabend nicht – das war ohnehin klar. Dafür aber einige Vorschläge, zum Beispiel mehrere Elternabende pro Schuljahr in der Unterstufe, und viel guten Willen, sich einer Diskussion zu stellen, die auch im neuen Schuljahr weitergehen wird. Geplant ist bereits wieder ein weiteres Klassenelternsprecherforum zusammen mit der Leitung im Februar 2019.

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